Storyteller

In die Geschichte eingehen ist ein grosses Ziel. Aber erst Mal muss man Geschichte machen.
Und jemand darf sie aufschreiben.
Ich, zum Beispiel.

Tag 172: Müeslirama

13.10.2015

Tag 172: Müeslirama

Rituale geben einen Anstrich von Heimat und Sicherheit. Bereits beim Aufstehen aus dem warmen Bett funktioniert der Automatismus des Rituals perfekt. Schlaftrunken in die Küche tappen, Druck auf den roten Knopf der Kaffeemaschine, Tasse darunter stellen und sich der aufsteigenden gerösteten Versuchung hingeben. So beginnt ein perfekter Tag.

Wenn das Wohlgefühl sich so richtig schön breit macht, dann lässt sich dieses noch enorm steigern. Keine Frage. Denn ein perfekt startender Tag braucht eigentlich nur drei Dinge: Kaffee, Müesli, Joghurt! Und schon ist das morgendliche Ritual des erfolgreichen Zmörgelers fertig. 

Und dann beginnt die Auswahl des richtigen Müeslis, damit sich der Körper auf den neuen Tag freuen wird. Und die Hüften keine Restposten desselbigen mit sich herumschleppen müssen. Haferflocken ist mein Müesli. Sonst nix. Pure, reine Haferflocken. Flockig und bereit für Grosses. Natürlich werden diese wertvollen Geflockten im edlen Glas aufbewahrt. So viel Eleganz darf es denn schon sein. 

Dann - gaaaanz wichtig - das richtige Gefäss für das Flockenvergnügen wählen. Kein gewöhnlicher Teller und da die Flocken hineinschütten. Nein, ein brillantweisses Keramik-Edelteil aus schwerem Material wartet darauf, dem Besitzer den Morgen zu veredeln. Und  in dieses lässt man die Flocken sorgsam hineingleiten. Wie bei einem langsam fliessenden und erfrischenden Wasserfall rauschen die Haferigen in das Edelgefäss. Und dann, aber erst nach einer kleinen, vornehmen Wartezeit von einer oder zwei Minuten, lässt man das Joghurt über die wartenden Flocken träufeln. Nicht werfen! Sorgfältig über den kleinen Müesli-Hügel verteilen und über dessen Hänge hinuntergleiten lassen. 

Dies ist ein Wonnehügel der besonderen Art und verlangt seinen Respekt!

Nun folgt die behutsame Vermischung von den harten Flocken mit dem sämig-sanften Joghurt zu einer einzigen harmonischen Genussmischung. Auch hier braucht es diese eine respektvolle Minute Stillschweigen und den Wartemoment, um dieser neuen Verbindung Raum zur endgültigen Vereinigung zu lassen. 

Mit zittriger Hand taucht man den glänzenden Löffel in die Himmelsmischung, führt diesen genüsslich zum Munde und lässt das Himmelsgeschenk hinein träufeln. Flocke und Joghurt im Munde vereint. 

Das Leben ist sowas von harmonisch. Und locker flockig und sanft-sämig. Am Morgen jedenfalls. 

minus 20

Am 1. November 2015 laufe ich den New York City Marathon. Zum zweiten Mal. Aber ich werde 20 Kilos weniger an den Start bringen, als heute. Ohne Diät, aber mit Grips. Und Juliette Stauber, meinem Schlank-Modeling-Coach.

  • 14.10.2015  Tag 173: Wer sucht, der zuckert.

    Tag 173: Wer sucht, der zuckert.

    Diese Industriebosse in der Lebensmittelbranche haben's wirklich drauf. Da wird gezuckert und gefettet, dass es eine wahre Freude ist. Für die Suchtregionen des Gehirns zum Beispiel. Nicht nur gewürfelt oder gestreut, sondern meist eher versteckt wird mit dem weissen Stoff gedealt und alles mit Zucker versetzt, was nicht bis drei auf den Diabetesbäumen ist.

  • 12.10.2015  Tag 171: Vegan oder Slogan?

    Tag 171: Vegan oder Slogan?

    Politischer Wahlkrampf macht es den Wählern schwer, sich für eine Partei zu entscheiden. Also diesen Wählern, die nicht durch eine Parteiangehörigkeit gebunden sind. Die kurzknappen Aussagen der Kandidaten sollten ja den Kern der politischen «Message» treffen. Und was meint der Pudel dazu?