Storyteller

In die Geschichte eingehen ist ein grosses Ziel. Aber erst Mal muss man Geschichte machen.
Und jemand darf sie aufschreiben.
Ich, zum Beispiel.

Mode-Ration

20.07.2015

Es fühlt sich an fast wie beim ersten Mal. Aber eben nur fast. Irgendetwas war anders diesmal. Lag es an den Musikern? Oder den Besuchern? Nein, die sind wie immer freundlich, aufgestellt und erwartungsvoll. Nein, es war der fehlende Text. Genau. Das war's.

Der trockene Mund und der unbändige Durst nach Wasser gehören wahrscheinlich dazu. Lampen sind heiss. Und Lampenfieber macht durstig. Viertel nach fünf am Samstagnachmittag. P.S. Corporation sind teilweise bereits bei und auf der Bühne versammelt. So, Mikro hab' ich, Notizen auch. Und los geht's.

Lampenfieber ist eine sehr gute Erfindung. Der Blick wird geschärft, der Puls läuft Amok und die Konzentration ist am oberen Limit. Und funktioniert. So ein Spickzettel ist zwar wichtig, aber dieses Mal habe ich mir keine fertigen Texte mehr notiert. Ist einfach besser. Denn wer will schon einen Vorleser am Jazz uf em Platz? Zudem bleibt mehr Blickkontakt zu den Gästen, die um halb sechs alle die Schattenplätze besetzt haben. Ach, da sitzt ja Herta. Die Zürcherin, die extra zum Jazz uf em Platz nach Binningen zu einer Freundin gereist ist. Und jetzt sitzt sie beim Dorfbrunnen und wartet, was da kommen und spielen mag.

Ansage fertig, Band beginnt zu spielen und ich bin entlassen. Für eine Stunde. Yes. Und jetzt zurück zur Wasserquelle. Die paar Notizen für die Bands und die Sponsoren sind vollauf genügend. Mehr ist einfach zu viel. Es ist zwar toll, sich einen Text für jeden Moderationsteil auszudenken und diesen dann feinsäuberlich in Mundart zu notieren. Tolle Idee, hat aber nicht funktioniert. Zu verschieden sind die Situationen, auf die man trifft. Oder die Menschen, die erwartungsvoll auf die nächste Band warten. Und diese wollen die Band sehen, nicht den Moderator. Und das ist auch sehr gut so. Deshalb kurz, klar und knapp ansagen. Und tschüss. Bühne frei für die Attraktionen.

Es war wieder eine tolle Erfahrung, sich die Gäste am Jazz uf em Platz einerseits von der Bühne aus, aber dann auch unten auf dem Platz zu betrachten, wie sie die Stimmung und das Angebot geniessen.

Geniessen? Ja, das konnte auch ich. 

Ach, den Text hatte ich mir gar nicht notiert... (Foto: Chico Hänggi) 
Ach, den Text hatte ich mir gar nicht notiert...
(Foto: Chico Hänggi)
Hmm...wie heisst nochmal diese Veranstaltung hier? (Foto: Chico Hänggi) 
Hmm...wie heisst nochmal diese Veranstaltung hier?
(Foto: Chico Hänggi)
 

minus 20

Am 1. November 2015 laufe ich den New York City Marathon. Zum zweiten Mal. Aber ich werde 20 Kilos weniger an den Start bringen, als heute. Ohne Diät, aber mit Grips. Und Juliette Stauber, meinem Schlank-Modeling-Coach.

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